Markenlexikon > zurück zur Übersicht
Maybach

Die Automobilproduktion der MAYBACH-Werke begann 1921: Als Spezialisten für den Motorenbau hatte man einen W 2 genannten 6-Zylinder mit 70 PS fertig, der 1921 an die Niederländischen Autobauer Spyker als Einbaumotor geliefert wurde, infolge des Konkurses von Spyker nach wenigen Exemplaren aber nicht mehr abgenommen wurde. Ergo baute Maybach sein eigenes Auto, was bei dem vorhandenen Know-how völlig natürlich war (Vater Maybach wird hier mitgewirkt und seine Mercedes-Erfahrung eingebracht haben).
W 3 hieß folgerichtig der erste Maybach in kleiner Serie (nach einem Versuchswagen W 1).
Es war der teuerste Wagen auf der Autoausstellung von 1921, als großer, komfortabler Reisewagen, was die kommenden Maybach, alle übrigens mit dem W (Wagen) im Titel, auch bleiben sollten. Maybach wurden immer außer Haus karossiert, vorzugsweise von Spohn in Ravensburg. Die Herstellung der sog. „rolling chassis“ war feinste Präzisionsarbeit in jedem Detail und eher einem feinmechanischem Werk ähnlich, als einem ordinären Auto, wie es andere Fabriken lieferten. Der Nimbus Maybach war von Anfang an vorhanden und wurde gepflegt. Nicht ohne Grund galten die wenigen elitären Produkte als dem Rolls Royce ebenbürtig.
1928 endete die Linie der W 3/W 5 mit dem zuletzt 7 Liter 6-Zylinder und 120 PS –Motor, (RR Phantom II ist vergleichbar).
1929/1930 kommt mit dem Maybach 12 der erste V 12-Motor mit 7 Litern und 150 PS,
Vorläufer des berühmten „Zeppelin“ (DS 7 bzw. DS 8 mit 8 Litern und 200 PS, wobei DS für Doppel-Sechs steht), der 1930 erscheint und den Rolls Royce Phantom III vorwegnimmt. Nur 300 Stück der 12-Zylinder-Wagen werden von 1929 bis 1939 gebaut. Keiner ähnelte dem Anderen, Allesamt gingen sie in die Hände der Träger berühmtester Namen, unter denen nur versehentlich einige Wenige des neuen politischen Proletariats sich finden lassen.
Außerdem fertigte man natürlich auch noch „mittlere“ Maybach der Serien W 6 und DSH (Doppel-Sechs-Halbe also tatsächlich ein halber 12-Zylinder gleich 6 Zylinder 5,2 Liter !!).
1936 kam dann der moderne SW (Schwingachs-Wagen, also hinten Einzelradfederung) als SW 35/SW 38 und SW 42 mit entsprechendem Hubraum des 6-Zylinder von 3,5 bis 4,2 Liter, aber immer mit gleicher Leistung von 140 PS.
Ca. 700 Stück wurden bis 1941 gebaut mit einer Dunkelziffer während des Krieges.
Charakteristisch für Maybach war das halbautomatische Getriebe mit Betätigung von der Lenkradmitte und einer Vielzahl von Gängen für jeden Fahrbereich. Karosserien entstanden in einer Vielfalt, die unbeschreiblich ist und die wohl schönsten Exemplare der späten 30er Jahre einschließt. Da jedes der Maybach-Automobile (mit Ausnahme der SW-Serie) als Einzelstück anzusehen ist, können wir keine bedeutendsten Maybach herausstellen. Herausragend ist allein der ZEPPELIN von seiner grandiosen Technik her.
Hierbei wiederum von der Karosserie die sog. Stromlinien-Limousine" von Spohn 1932, Ausstellungswagen der Automobilausstellung in Berlin und dort natürlich DIE Sensation (Eine gewisse Verwandtschaft mit dem ähnlich progressiven französischen VOISIN ist nicht zu übersehen). Von 1929 bis 1939 hat Maybach vermutlich 2.500 Fahrzeuge hergestellt.



