© Mirbach 2010
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Lexikon für Hispano Suiza eine königliche Kooperation.
Eine Automarke, die nur dem wirklichen Kenner bekannt ist und deren Hintergründe im Nebel der Geschichte eher verschwimmen als sich uns heute eröffnen.
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Der Name setzt sich aus den beiden Nationalitäts-Bezeichnungen für Spanien einerseits und die Schweiz andererseits zusammen, während die bekanntesten Produkte in Frankreich hergestellt wurden. Wie kam es dazu?
Circa um die Jahrhundertwende arbeitete der schweizer Ingenieur MARC BIRKIGT für einen spanischen Unternehmer namens LaCuadra im
Bereich der damals sehr weit verbreiteten Elektro-Fahrzeugen. Auf seine Anregung hin wurde das erste spanische Auto unter dem Namen La Cuadra gebaut, dem jedoch kein Erfolg beschieden war. Auch der Nachfolger Castro
konnte in diesem Gewerbe nicht reüssieren und 1904 kam es zur Schließung der Fabrik.
1906 schlug dann die Geburtsstunde der eigentlichen Fabrica La HISPANO-SUIZA de Automobiles in Barcelona. Anlaß
der Namensgebung war die Tatsache, daß hier schweizer Know-how mit spanischem Kapital des Herrn Damien MATEU eine Kooperation einging.
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 Marc Birkigt
 Aktie: Hispano Suiza
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4- und 6-cylinder trieben die frühen Produkte an und schon 1912 kam der berühmte Typ Alfonso XIII auf den Markt, benannt nach dem logischerweise größtem Kunden der Firma, dem jungen und motorbegeistertem König von Spanien.
Dieses sehr sportliche Automobil erreichte mit seinem 3,6-Liter 60 PS-Motor bereits die beachtliche Geschwindigkeit von mehr als 100 kmh als reines Straßenauto.
Mit dem Krieg ab 1914 kam Birkigts zweite Produktlinie, nämlich Flugzeugmotore, stark in den Vordergrund. Insbesondere seine Konstruktion mit obenliegender Nockenwelle – auch schon in den Automobilen verwendet – galt als die modernste Lösung.
Frankreich bat ihn, für die Flugzeuge der Marke SPAD die Motoren zu liefern und aus dieser Zeit stammt die französische Dependance der Marke in Paris, aus der dann nach dem Kriege die berühmten Automobile der Serie H6 hervorgingen (1919).
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 Hispano Suiza Alfonso XIII
 Hispano Suiza H6 B
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Hier liegt übrigens auch der Schlüssel für das ab 1918 verwendete Markenzeichen, der fliegende, gestreckte Storch. Er war das Geschwader-Signet
des französischen Fliegerasses Guynemer, dessen SPAD von einem Hispano-Suiza-Motor angetrieben wurde. Übrigens eine Parallele
zu FERRARI, der um die gleiche Zeit das Signet eines italienischen Jagdfliegers aufnahm, das springende Pferd. Ein Hinweis auf die enge Verbindung und Befruchtung des Motorenbaues allgemein durch die Hochleistungstechnologie der Flugmotoren.
Die Technologie und Zuverlässigkeit der Motoren, die viele Lösungen aus dem Flugmotorenbau beinhaltete, führte Hispano-Suiza-Automobile geradewegs in die absolute Spitzenklasse, so dass in den späten 20er,
frühen 30er Jahren die – technisch veraltete – Marke Rolls Royce zum Konkurrenten wurde. Übrigens stammt die mechanische Servo-Unterstützung der Bremse, wie sie später von Rolls Royce in Lizenz übernommen
wurde, von HS neben vielen anderen fortschrittlichen Bauprinzipien wie z.B. der Aluminium-Block des H6-Motors. Dieser wurde als 6-cylinder mit 6,5 und 8 Litern Hubraum bis 1934 gebaut.
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Fliegerasses Guynemer
 SPAD
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Kaum einer der berühmten Karossiers dieser Zeit versagte es sich, einen Hispano-Suiza einzukleiden.
Höhepunkt der Entwicklung dieser Marke, deren Automobile mehrheitlich in Paris aber auch in dem Werk in Barcelona gebaut wurden, war der 1931
erschienene V 12. mit einem Hubraum bis zu 12 Litern ! Diese wahrhaft königlichen Automobile waren und sind einem äußerst
exclusiven Kundenkreis vorbehalten und gelten sämtlichst als Einzelstücke, schon wegen der jeweils individuellen Karosserieformen. Vergleiche mit dem zeitgenössischem Bugatti Royale sind durchaus erlaubt.
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 Hispano Suiza V 12
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1938 endete die Auto-Produktion in Paris, im neutralen Barcelona wurde sie noch einige Zeit weitergführt und ging nach dem
2. Weltkrieg in die Hände der späteren staatseigenen Firma PEGASO über. Der von Franco angeworbene Wilfredo RICART (ex-Alfa
Romeo) entwarf den Pegaso Z 101/102 mit für die 50er Jahre extrem fortschrittlicher Technik als Prestigeobjekt der spanischen
Firma. Dies leider nur in ca. 100 Exemplaren gebaute großartige Sportauto kann mit Fug und Recht als würdiger Nachfolger der Marke Hispano-Suiza gelten, auch im Sinne eines Marc Birkigt..........
Übrigens hat sich der Name bis in unsere Tage erhalten, wer sich mit Flugmotorentechnik und deren Peripherie befasst stößt im Rahmen der SNECMA auf hochmoderne Produkte dieser Traditionsreichen Motoren-Firma.
Die brühmtesten Autos von HISPANO-SUIZA sind Typ Alfonso XIII von 1912, „Boulogne“ auf Basis des H6-8 Liter von 1921 (Andre Dubonnet), V 12 Typ T 64 mit bis zu ca. 12 Litern Hubraum.
Literatur ist vorzugsweise in spanisch vorhanden, da die Marke dort ihre Heimat gefunden hat und die Bestände hier als nationales Heiligtum erhalten werden. Uns ist z.Zt. kein umfassendes Werk in deutscher Sprache geläufig.
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 Wilfredo RICART |
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